Kolophoniumgewinnung

Erster Arbeitsschritt zur Gewinnung des Harzes ist das Entfernen der groben Rinde. Dies erfolgt mit Beginn der wärmeren Jahreszeit, bei neu zu harzenden Bäumen in einer Höhe von ca. 50 cm.
Beim zweiten Arbeitsgang werden mit Hilfe eines Hobels  V-förmige, ca. 1 cm breite Schichten in die beim ersten Arbeitsgang verbliebene dünne Rindenschicht geschnitten. Durch die Verwundung des Baumes beginnt das Pech in unter der Verletzung angebrachte Behälter zu fließen. Die Verwundung muss alle 4 - 5 Tage neu vorgenommen werden.
Nächster Schritt ist die Destillation: Durch Wasserdampfdestillation wird das Harz in zwei Komponenten aufgetrennt: in das mit Wasserdampf flüchtige Terpentinöl und in den nichtflüchtigen Rückstand Kolophonium
In den Handel gelangt Kolophonium schließlich in Form von Klumpen, Flocken od. als Pulver.

Herstellung des Geigenharzes

Unser Rohkolophonium wird aus dem Harz der Kiefer (östlicher Typus) gewonnen. Gemeinsam mit anderen reinen Naturprodukten (z.B. Lärchenterpentin oder Scharharz) wird es eingeschmolzen.

Welche Produkte für das Geigenharz zugemischt werden hängt davon ab für welches Instrument das Harz erzeugt wird.

Während des Schmelzvorganges ist es wichtig die Temperatur und die Dauer permanent zu kontrollieren.  Mischungsverhältnisse und beim Schmelzvorgang erreichte Temperaturen bestimmen die Qualität des fertigen Geigenharzes.
Nachdem alle Komponenten erhitzt und zu einer leicht zähen Flüssigkeit geschmolzen wurden erfolgt die Abfüllung in eigens angefertigte Formen.                                                                                     
Das Füllen in Formen und das Abbrennen der fast fertigen Stücke erfordert große Erfahrung. Einige kleine Tricks welche die Qualität erhöhen und die Arbeit erleichtern bleiben das Geheimnis jedes Kolophonium-Erzeugers.